5 Tage zu Besuch in der Hauptstadt Mexiko City

Als letzten Teil des mehr als vierwöchigen Mexikoaufenthaltes steht nun der Besuch der Landeshauptstadt an. Wir haben uns entschieden wieder Bus zu fahren und haben wieder einen Bus der Linie Primera Plus gebucht. Wir fahren um 7 Uhr mit der Metro (40 min) zum zentralen Busbahnhof Guadalajaras und um 8:20 Uhr startet der Bus pünktlich nach Mexiko City. Die Fahrt, im kaum besetzten Luxusbus, dauerte ca. 7 Stunden und endet im zentralen Busbahnhof der Stadt in Mexiko Norte. Busverbindungen sind in Mexiko der Ersatz für das fehlende Bahnnetz und sind eine sehr gute Möglichkeit bequem zu reisen. Der Busbahnhof ist riesig, mit einer Vielzahl gleichzeitig ankommender und abfahrender Busse, vergleichbar mit einem Hauptstadtbahnhof, z.B. in Berlin oder Hamburg.

Vom Bahnhof nehmen wir ein Ubertaxi zu unserer nur 9 km entfernten Penthouse – Wohnung in der Calle Rio Tiber 69 und werden dort vom Hausverwalter erwartet, dem wir unsere Ankunft kurz vorher per WhatsApp mitgeteilt haben. Die Wohnung liegt in einem netten Stadtviertel nahe dem Denkmal „Angel of Indepenza“. Die Wohnung ist ca. 150 qm, gut geschnitten, 2 Schlafzimmer mit jeweils einem Bad. Jedoch schon „in die Jahre gekommen“ und sehr laut, an einer stark befahrenen Straße.

Mexiko-Stadt, ursprünglich bekannt als Tenochtitlán, wurde im Jahr 1325 von den Azteken auf einer Insel im Texcoco-See gegründet. Es war die Hauptstadt des Aztekenreiches und eine der größten und fortschrittlichsten Städte der Welt zu seiner Zeit. Tenochtitlán war bekannt für seine prächtigen Tempel, Kanäle und die beeindruckende Architektur.

1492 landeten die Spanier unter der Führung von Hernán Cortés an der Küste von Mexiko. 1521, nach intensiven Kämpfen, fiel Tenochtitlán in die Hände der Spanier und die Stadt wurde zerstört. An ihrer Stelle gründeten die Spanier die heutige Mexiko-Stadt als ihre Kolonialhauptstadt.

Während der Kolonialzeit war Mexiko-Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Neuspanien und spielte eine entscheidende Rolle in der spanischen Kolonialherrschaft. Nach der Unabhängigkeit Mexikos im Jahr 1821 wurde die Stadt die Hauptstadt des neuen unabhängigen Landes.

Im 19. Jahrhundert durchlebte Mexiko-Stadt mehrere politische Umwälzungen, einschließlich des Mexikanischen Krieges von 1846–1848 und der französischen Intervention in den 1860er Jahren. Die Stadt erlebte auch während des Mexikanischen Bürgerkriegs (1910–1920) turbulente Zeiten, als die Revolution das politische und soziale Gefüge des Landes veränderte.

Heute ist Mexiko-Stadt (Ciudad de México oder CDMX) eine der größten und dynamischsten Metropolen der Welt mit über 9 Millionen Einwohnern in der Stadt und mehr als 21 Millionen im gesamten Großraum. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Mexikos.

Die Stadt ist bekannt für ihre Architektur, die von kolonialen Gebäuden über moderne Wolkenkratzer bis hin zu präkolumbianischen Ruinen reicht. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Zócalo (Hauptplatz), die Kathedrale von Mexiko-Stadt, der Templo Mayor (ehemaliger Azteken-Tempel), das Palacio de Bellas Artes, und das Nationalmuseum für Anthropologie.

Heute steht die Stadt vor großen Herausforderungen:

  • Mexiko-Stadt hat mit starken Verkehrsproblemen zu kämpfen, was oft zu Staus und Luftverschmutzung führt. Das U-Bahn-System ist eines der größten der Welt, aber die Verkehrsinfrastruktur ist oft überlastet.
  • Die Luftqualität in Mexiko-Stadt ist ein weiteres ernstes Problem. Die Stadt liegt in einem Tal, was die Luftzirkulation erschwert und die Verschmutzung verstärkt.
  • Mexiko-Stadt bleibt ein wirtschaftliches Zentrum, aber die Stadt hat auch mit Armut und Ungleichheit zu kämpfen. Es gibt große soziale Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtteilen.
  • Mexiko-Stadt bleibt jedoch ein lebendiger Ort, der für seine Kunstszene, seine Literatur, seine kulinarische Vielfalt und seine Musik bekannt ist. Es gibt auch immer wieder Bemühungen, die Stadt grüner zu gestalten, etwa durch den Ausbau von Parks und die Förderung von nachhaltigen Initiativen.

Einiges Wissenswertes über Tenochtitlán; die Hauptstadt des Aztekenreiches war eine der größten und beeindruckendsten Städte der präkolumbianischen Welt. Sie wurde 1325 von den Azteken (auch Mexica genannt) an einem strategischen Ort im Texcoco-See im heutigen Zentralmexiko gegründet. Tenochtitlán war von Wasser umgeben, und die Azteken bauten ein ausgeklügeltes System von Kanälen und schwimmenden Gärten, den sogenannten Chinampas, um die Stadt mit Nahrungsmitteln zu versorgen und Land zu gewinnen.

Laut der aztekischen Legende erhielten die Azteken einen göttlichen Befehl von ihrem Hauptgott Huitzilopochtli, an einem Ort eine Stadt zu gründen, an dem sie einen Adler auf einem Kaktus sehen würden, der eine Schlange in seinem Schnabel hält. Diese Vision fanden sie auf einer Insel im Texcoco-See, und dort gründeten sie 1325 Tenochtitlán.

Die Stadt war in vier große Viertel unterteilt, die durch breite Straßen miteinander verbunden waren, und sie war mit einem beeindruckenden System von Kanälen durchzogen. Es gab prachtvolle Tempel und Paläste, darunter der Tempel des Huitzilopochtli, der für die Azteken eine zentrale religiöse Bedeutung hatte.

Tenochtitlán war bekannt für seine hochentwickelte Stadtplanung und Architektur. Die Stadt war so konstruiert, dass sie auf der künstlich geschaffenen Insel im See stabil blieb. Die Azteken entwickelten schwimmende Gärten, die es ihnen ermöglichten, die gesamte Stadt mit Nahrungsmitteln zu versorgen, und sorgten für die Entwässerung und Bewässerung der Felder.

Ein beeindruckendes Merkmal der Stadt war der Tempel Mayor (Großer Tempel), ein monumentales religiöses Zentrum, das den Göttern Huitzilopochtli und Tlaloc gewidmet war. Der Tempel hatte zwei Stufenpyramiden und war von einer großen Plattform umgeben.

Tenochtitlán war nicht nur eine religiöse und kulturelle Hochburg, sondern auch ein politisches und wirtschaftliches Zentrum des Aztekenreiches. Die Stadt war ein stark zentrales Machtzentrum, das auf Tribute von unterworfenen Völkern angewiesen war, die Tenochtitlán mit Rohstoffen, Nahrungsmitteln und anderen Gütern versorgten.

Die Gesellschaft der Azteken war hierarchisch strukturiert, mit dem Tlatoani (Häuptling) als oberster Herrscher, der als göttlicher Vertreter des Gottes Huitzilopochtli angesehen wurde. Unter ihm gab es Adelige, Krieger, Priester und schließlich das breite Volk, das Bauern, Handwerker und Händler umfasste.

Die Azteken waren sehr geschickt in der Landwirtschaft. Ihre Chinampas, schwimmende Gärten auf dem See, ermöglichten es, große Mengen an Nahrungsmitteln wie Mais, Bohnen, Chilis und Gemüse anzubauen. Diese Gärten waren nicht nur produktiv, sondern auch ein Symbol für die Ingenieurskunst der Azteken.

Im Jahr 1519 erreichte Hernán Cortés mit einer Gruppe von Spaniern Mexiko, und im Jahr 1521, nach fast zwei Jahren Belagerung und Kämpfen, eroberten die Spanier Tenochtitlán. Der letzte aztekische Kaiser, Moctezuma II., wurde von den Spaniern gefangen genommen. In der Folge kam es zu schweren Kämpfen, und die Stadt wurde fast vollständig zerstört. Die Spanier bauten daraufhin Mexiko-Stadt auf den Ruinen von Tenochtitlán.

Tenochtitlán ist also nicht nur ein bedeutendes archäologisches und historisches Symbol der aztekischen Zivilisation, sondern auch der Ursprung der heutigen Mexiko-Stadt. Viele der ursprünglichen Strukturen, wie der Templo Mayor, wurden erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt, und heute können Besucher Teile der Ruinen in Mexiko-Stadt besichtigen.

Tenochtitlán bleibt ein faszinierendes Symbol für die aztekische Kultur, ihre Innovationskraft und ihre religiösen Praktiken. Die Bedeutung der Stadt für die mexikanische Identität ist immer noch sehr präsent, und Tenochtitlán ist sowohl ein historisches als auch ein kulturelles Erbe, das die moderne Geschichte und das Bewusstsein Mexikos stark beeinflusst.

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